- BlackRock hat am 8. Mai einen tokenisierten Geldmarktfonds bei der SEC angemeldet, der sich explizit an Stablecoin-Emittenten richtet und als reguliertes Reserve-Asset unter dem GENIUS Act qualifizieren soll.
- Der Fonds investiert ausschließlich in US-Staatsanleihen, gibt Anteile auf öffentlichen Blockchains aus und verlangt eine Mindestinvestition von 3 Millionen Dollar.
Der weltgrößte Vermögensverwalter greift nach einem Markt, der bisher weitgehend unerschlossen ist: dem Kapital, das in Stablecoin-Wallets liegt und keine Rendite erwirtschaftet. BlackRock hat am 8. Mai 2026 bei der SEC den BlackRock Daily Reinvestment Stablecoin Reserve Vehicle (BRSRV) angemeldet, einen Geldmarktfonds der OnChain Shares auf öffentlichen Blockchains ausgibt und sich an Investoren richtet, die ihr Kapital in Stablecoins statt auf Bankkonten halten.
Der Markt für Stablecoins hat mittlerweile ein Gesamtvolumen von über 320 Milliarden Dollar erreicht. Ein Großteil davon liegt unverzinst in Wallets. Mit dem BRSRV bietet BlackRock diesen Haltern eine regulierte Alternative: US-Staatsanleihen mit Rendite, verpackt als tokenisierter Fondsanteil auf der Blockchain.
Wie der Fonds funktioniert und wer ihn kaufen kann
Der BRSRV investiert zu 100 Prozent in US-Staatsanleihen und Overnight-Repurchase-Agreements mit Laufzeiten unter 93 Tagen, mit einem stabilen Nettoinventarwert von 1,00 Dollar pro Anteil. Das Mindestinvestment beträgt 3 Millionen Dollar. Der Fonds richtet sich damit ausschließlich an institutionelle Investoren: Stablecoin-Unternehmen, Krypto-Banken und andere regulierte Intermediäre im Finanzsektor.
Die Anteile werden als OnChain Shares auf öffentlichen Blockchains ausgegeben. Eigentümerrechte werden vom Transfer Agent Securitize auf der Chain verwaltet, kombiniert mit einer Off-Chain-Datenbank für die Identitätsverifizierung. Jeder Käufer muss eine whitelistete Blockchain-Wallet haben und ein KYC-Verfahren durchlaufen. Peer-to-Peer-Transfers zwischen whitelistet Wallets sind möglich, auch außerhalb der regulären Handelszeiten.
Warum BlackRock den GENIUS Act als Fundament nutzt
Stablecoin-Herausgeber, die unter dem GENIUS Act operieren, stehen vor einem praktischen Problem: Ihre Reserven müssen in regulierten, qualifizierten Vermögenswerten gehalten werden. Bisher gibt es kaum Produkte, die diese Anforderung erfüllen und gleichzeitig auf der Blockchain verfügbar sind.
BlackRock hat den BRSRV direkt auf diese Lücke zugeschnitten: Der Fonds soll als „Eligible Reserve Asset“ unter dem GENIUS Act qualifizieren und damit Stablecoin-Emittenten ermöglichen, ihre Pflichtreserven in einem renditebringenden, blockchain-nativen Produkt zu halten.
BlackRock besetzt nicht nur ein Renditprodukt für Krypto-Investoren, sondern positioniert sich als Infrastrukturanbieter für das regulierte US-Stablecoin-System, bevor die Implementierungsstandards des OCC und des US-Finanzministeriums finalisiert sind. Diese Standards waren zum Zeitpunkt der Einreichung noch nicht abgeschlossen. Das Filing wird frühestens 75 Tage nach Einreichung wirksam, also Ende Juli 2026, sofern die SEC zustimmt.
BlackRocks BUIDL-Fonds, das erste tokenisierte Geldmarktprodukt des Unternehmens, verwaltet bereits mehr als 2,5 Milliarden Dollar auf acht Blockchains. Der BRSRV ist ein separates Produkt für ein anderes Kundensegment mit einer anderen regulatorischen Logik.






