- Die DTCC will ihre neue Tokenisierungsplattform mit dem Stellar-Netzwerk verbinden.
- Tokenisierte Aktien, ETFs und US-Staatsanleihen könnten bereits im ersten Halbjahr 2027 auf Stellar verfügbar sein.
Die Tokenisierung von Real-World Assets erhält einen weiteren Schub aus der traditionellen Finanzwelt. Die Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC), die zentrale Abwicklungs- und Verwahrstelle der US-Kapitalmärkte, hat angekündigt, ihre neue Tokenisierungsplattform mit dem Blockchain-Netzwerk Stellar Development Foundation zu verbinden.
Ziel ist es, Vermögenswerte, die bei der The Depository Trust Company (DTC) verwahrt werden, künftig in tokenisierter Form auf der öffentlichen Stellar-Blockchain verfügbar zu machen. Nach Angaben der Unternehmen sollen die ersten DTC-tokenisierten Assets in der ersten Hälfte des Jahres 2027 auf Stellar erscheinen.
Die Ankündigung markiert einen weiteren Schritt in der Multi-Chain-Strategie der DTCC, die bereits Ende 2025 von der US-Börsenaufsicht SEC grünes Licht für ihren Tokenisierungsdienst erhalten hatte.
Aktien, ETFs und Staatsanleihen im Fokus
Laut DTCC sollen die tokenisierten Vermögenswerte dieselben Eigentumsrechte, Schutzmechanismen und regulatorischen Sicherheiten bieten wie traditionell verwahrte Wertpapiere. Gleichzeitig sollen Anleger von den Vorteilen der Blockchain-Technologie profitieren.
Dazu gehören unter anderem:
- Schnellere Abwicklung von Transaktionen
- Höhere Liquidität und bessere Kapitaleffizienz
- Erweiterte Handelszeiten
- Niedrigere Kosten und geringere Risiken
- Verbesserte Transparenz und Nachverfolgbarkeit
Im Rahmen der Zusammenarbeit wollen DTCC und die Stellar Development Foundation zunächst verschiedene Anwendungsfälle prüfen. Genannt werden insbesondere hochliquide Vermögenswerte wie Aktien aus dem Russell 1000, ETFs auf große Marktindizes sowie US-Staatsanleihen.
Die geplante Integration soll den gesamten Lebenszyklus der Vermögenswerte unterstützen, einschließlich Unternehmensereignissen, Berichterstattung und regulatorischer Anforderungen.
DTCC sieht Blockchain als nächste Evolutionsstufe der Kapitalmärkte
DTCC-CEO Frank La Salla bezeichnete die Kooperation als wichtigen Schritt hin zu einer offenen und interoperablen digitalen Marktinfrastruktur. Die Tokenisierung könne neue Möglichkeiten bei Liquidität, Sicherheitenmanagement und Kapitalnutzung schaffen, ohne auf bestehende regulatorische Schutzmechanismen verzichten zu müssen.
Auch Stellar sieht die Zusammenarbeit als bedeutenden Meilenstein. SDF-Chefin Denelle Dixon erklärte, dass die Blockchain speziell für institutionelle Finanzanwendungen entwickelt worden sei und regulatorische Anforderungen, Compliance sowie Risikomanagement in den Mittelpunkt stelle.
Besonders bemerkenswert ist die Größenordnung der DTCC. Die Organisation verarbeitet jährlich Wertpapiertransaktionen im Volumen von mehreren Billiarden US-Dollar und verwahrt Wertpapiere im Wert von mehr als 114 Billionen US-Dollar. Damit zählt sie zu den wichtigsten Infrastrukturanbietern der globalen Finanzmärkte.
Die Ankündigung zeigt, dass große Finanzmarktakteure zunehmend öffentliche Blockchains als mögliche Infrastruktur für die nächste Generation digitaler Finanzprodukte betrachten. Während viele Tokenisierungsprojekte bislang auf Pilotphasen beschränkt blieben, könnte die Zusammenarbeit zwischen DTCC und Stellar eines der bislang größten Beispiele für die Verbindung traditioneller Kapitalmärkte mit öffentlichen Blockchain-Netzwerken werden.
Kryptorevolution berichtete kürzlich, dass Stellar gemeinsam mit Arcane Finance an einer Privacy-Infrastruktur auf Basis von Zero-Knowledge-Technologie arbeitet, um vertrauliche Finanztransaktionen mit integrierten Compliance-Funktionen zu ermöglichen. Nun folgt der nächste Schritt in der institutionellen Ausrichtung des Netzwerks.






