- Finanzminister Lars Klingbeil will die Besteuerung von Bitcoin und Kryptowährungen ändern, um zusätzliche Staatseinnahmen zu erzielen und Haushaltslücken zu schließen.
- Für Krypto-Trader ist entscheidend, ob die einjährige Haltefrist fällt und ob ein mögliches neues Gesetz auch Altbestände betrifft.
Um die Wirtschaft in Deutschland steht es nicht besonders gut. Dementsprechend versucht der deutsche Staat neue Einkommensquellen zu erschließen um die großen Lücken im Haushalt für die nächsten Jahre zu stopfen. Dabei ist der Fokus jetzt auf Bitcoin und den Kryptomarkt gestoßen.
Finanzminister Lars Klingbeil kündigte gestern auf der Bundespressekonferenz offiziell an, dass die derzeitige Besteuerung auf Bitcoin und Kryptowährungen grundlegend geändert werden soll. Klingbeil verlautbarte dazu im Detail:
„Um die Konsolidierungsaufgabe zu bewältigen, erweitern wir auch die Einnahmebasis des Staates. […] Und wir werden – und das ist dann die Verantwortung des Finanzministeriums – auch dafür sorgen, dass die staatlichen Einnahmen gestärkt werden, indem wir weniger entgehen lassen. […] Wir wollen die Kryptowährungen anders besteuern.“
Das ganze Video kann hier angesehen werden:
German Finance Minister Lars Klingbeil said Germany wants to “tax cryptocurrencies differently,” raising questions over possible changes to current crypto tax rules on #Bitcoin and other cryptocurrencies. pic.twitter.com/ZQWdemTJmk
— ETHNews (@ETHNews_com) April 30, 2026
Er führt weiter aus:
„Das alles sind Maßnahmen, die wir jetzt beschlossen haben, mit den Eckwerten, die umgesetzt werden und die dann zur Etatreife auch für den Bundeshaushalt gebracht werden sollen, den wir Anfang Juli beschließen.“
Der genaue Wortlaut lässt darauf schließen, dass hierbei keine Diskussion mehr anstehen könnte, sondern alle Formalitäten bereits in ein fertiges Gesetz gegossen wurden, dass nur noch verabschiedet werden muss.
Zwar hört man von Seiten der CDU/CSU das man sich für die Wahrung der einjährigen Haltefrist von Kryptowährungen einsetzen werde. Jedoch hatte Bundeskanzler Friedrich Merz in seinem Wahlkampf versprochen, dass es keine Steuererhöhungen auf Kryptowährungen geben wird.
Dieses Versprechen scheint vergessen zu sein. Zwar ist das Gesetz bislang nicht beschlossen, jedoch ist sich Klingbeil sicher, dass durch diese Gesetzesänderung bis zu zwei Milliarden Euro mehr Steuereinnahmen fließen werden.
Österreich als Vorbild?
Prominente Stimmen wie Bitpanda-Gründer Eric Demuth bezeichnen eine mögliche Abschaffung der Haltefrist als „extrem dumme Entscheidung“. Für Kryptoinvestoren wird nun vor allem entscheidend, wie eine mögliche Neuregelung konkret ausgestaltet wird.
Besonders wichtig ist die Frage, ob bereits bestehende Bitcoin- und Krypto-Bestände geschützt werden. Österreich hatte bei seiner Krypto-Steuerreform Altbestände grundsätzlich ausgenommen: Kryptowährungen, die bis zum 28. Februar 2021 angeschafft wurden, fielen nicht unter das neue Steuerregime.
Eine ähnliche Übergangsregelung in Deutschland würde die Folgen für bestehende Halter abmildern, während eine rückwirkende oder sehr weit gefasste Regelung deutlich schwerer wiegen würde. Auch innerhalb der EU wird derzeit eine möglich Änderung der Besteuerung für Kryptowährungen diskutiert. Dabei steht sogar die Besteuerung von Transaktionen zur Debatte.






