- Die EU diskutiert ein mögliches neues Gesetz, das eine Abgabe auf Krypto-Transaktionen vorsehen könnte.
- Darüber hinaus wird erwogen, Bitcoin und andere Kryptowährungen steuerlich ähnlich wie Aktien zu behandeln, sodass eine Kapitalertragsteuer anfallen könnte.
Das EU-Parlament hat am 28. April 2026 eine Position für den langfristigen EU-Haushalt 2028–2034 beschlossen. Zur Finanzierung neuer Ausgaben will das Parlament zusätzliche Einnahmequellen prüfen, darunter auch eine Abgabe auf Krypto-Transaktionen bzw. Krypto-Assets. Die vorgeschlagene Änderung dazu lautet:
„Mit dem nächsten Langzeithaushalt sollten neue Einnahmequellen eingeführt werden, die jährlich rund 60 Mrd. EUR brächten, etwa eine Abgabe auf digitale Dienstleistungen, eine Abgabe auf Online-Glücksspiele, die Ausweitung des CO2-Grenzausgleichssystems oder eine Abgabe auf Kapitalgewinne aus Kryptowerten.“
Es handelt sich bislang nicht um ein beschlossenes Gesetz. Das EU-Parlament kann eine solche Abgabe politisch fordern oder in Haushaltsdebatten ins Spiel bringen. Steuerfragen auf EU-Ebene haben jedoch hohe Hürden. Gerade bei neuen Eigenmitteln oder steuerähnlichen Abgaben müssen die Mitgliedstaaten im Rat zustimmen. Deshalb ist mit politischen Widerständen zu rechnen.
Zudem richtet sich der Vorschlag offenbar nicht ausschließlich gegen Bitcoin. Die bisherigen Formulierungen beziehen sich allgemein auf Krypto-Assets oder Krypto-Transaktionen. Damit wären potenziell auch Ethereum, Stablecoins und andere digitale Vermögenswerte betroffen.
Parallel dazu gilt bereits seit dem 1. Januar 2026 DAC8. Diese EU-Regeln verpflichten Krypto-Anbieter dazu, bestimmte Transaktions- und Nutzerdaten an Steuerbehörden zu melden. DAC8 ist jedoch keine neue Bitcoin-Steuer. Es handelt sich vielmehr um ein System zur Steuertransparenz und zum Informationsaustausch, mit dem Steuerhinterziehung erschwert werden soll.
Für Trader ist dieser Unterschied entscheidend. DAC8 erhöht vor allem die Nachverfolgbarkeit von Krypto-Transaktionen. Eine mögliche neue EU-Krypto-Abgabe wäre dagegen eine zusätzliche finanzielle Belastung. Bislang bleibt sie aber ein politischer Vorschlag.
Alle Bitcoin-Investoren können ab jetzt nur noch hoffen, dass solche neuen Vorschläge auf genügend Widerstand im Parlament stoßen. Auch Deutschland prüft derzeit die Verschärfung der Besteuerung auf Bitcoin und Kryptowährungen.






