- Irans Wirtschaftsministerium hat laut Bloomberg eine Bitcoin-basierte Seeversicherungsplattform namens Hormuz Safe gestartet.
- Die Straße von Hormus ist der wichtigste Energiekorridor der Welt: rund 20 Prozent des globalen Ölhandels passiert sie täglich.
Fars News Agency, ein mit der IRGC verbundenes iranisches Staatsmedium, berichtete unter Berufung auf ein Dokument des Iranischen Wirtschaftsministeriums, dass Iran eine Bitcoin-basierte Seeversicherungsplattform namens Hormuz Safe gestartet hat. Die Plattform bietet iranischen Reedereien und Frachteignern kryptografisch verifizierbare Versicherungspolizen für Transporte durch den Persischen Golf und die Straße von Hormus.
Schiffseigner und Frachteigner zahlen den Versicherungsbetrag in Bitcoin. Sobald die Transaktion auf der Blockchain bestätigt ist, erhalten sie einen digitalen Beleg, der gegenüber iranischen Behörden als Nachweis gilt, dass das Schiff versichert ist und die Straße von Hormus legal passieren darf. Ohne diesen Beleg kann Iran den Durchgang verweigern
Ob Hormuz Safe operativ ist und ob ausländische Reedereien die Plattform nutzen können, ist noch nicht unabhängig verifiziert. Vollständige Policenbedingungen, Underwriter und Schadensregulierungsverfahren sind bisher nicht öffentlich.
Bitcoin Now Insures Strait of Hormuz Shipping
Iran has officially introduced the first-ever Bitcoin-backed insurance program for commercial vessels navigating the Strait of Hormuz.
According to Bloomberg reports, the Iranian maritime authority is bypassing traditional Western… pic.twitter.com/IQD1TYm4eh
— BSCN (@BSCNews) May 18, 2026
Iran umgeht SWIFT: Warum Bitcoin die einzige Option ist
Iran steht unter Sanktionen und hat keinen Zugang zu SWIFT und westlichen Versicherungsmärkten. Eine auf Bitcoin ausgerichtete Versicherungsplattform würde es dem Staat ermöglichen, Prämien außerhalb des traditionellen Bankensystems zu empfangen.
Damit reiht sich Hormuz Safe in eine Serie von Berichten ein, wonach Schiffe, die die Straße passieren wollen, seit April 2026 aufgefordert werden, Bitcoin, USDT oder chinesische Yuan zu zahlen. Viele dieser Berichte blieben jedoch unbestätigt.
Fars News framt die Plattform als souveränes iranisches Instrument zur Monetarisierung der strategischen Kontrolle über die Straße von Hormus. Iran projiziert Einnahmen von über 10 Milliarden Dollar, ohne die Berechnung dieser Zahl zu erläutern. Zum Vergleich: Die gesamte globale Seeversicherungsprämie lag 2024 bei rund 40 Milliarden Dollar. Irans Anspruch auf ein Viertel davon allein durch Hormuz Safe ist ohne weitere Erklärung nicht nachvollziehbar.
Hormuz Safe und das Sanktionsrisiko für westliche Reedereien
Für Reeder, Händler und Versicherer birgt jede Nutzung von Hormuz Safe erhebliche Compliance-Risiken. Zahlungen an iranisch-staatlich verbundene Einheiten können Sanktions-Exposure auslösen, unabhängig davon, ob sie über Banken, Stablecoins oder Bitcoin abgewickelt werden. Jedes Unternehmen, das die Plattform nutzen will, benötigt vorher eine rechtliche Prüfung.
Maritim-Sicherheitsfirmen warnen bereits davor, dass Betrüger die Situation ausnutzen und sich als iranische Behörden ausgeben, um gefälschte Krypto-Zahlungen für Durchfahrtsgenehmigungen zu fordern.
Die eigentliche Frage hinter Hormuz Safe ist nicht ob Bitcoin als Zahlungsmittel funktioniert, sondern ob der Iran es schafft, die strategische Kontrolle über einen der wichtigsten Energie Korridore der Welt in ein funktionierendes Finanzsystem zu übersetzen. Ob daraus ein operativer Markt wird und was das mit dem Bitcoin Preis macht, sehen wir in den nächsten Wochen.
Bitcoin handelt zum Redaktionszeitpunkt bei 76.868 USD und hat in den letzten sieben Tagen 5,41% verloren. Auf 24-Stunden-Basis liegt das Minus bei 0,54%.






