- Der US-Senat hat Kevin Warsh am 13. Mai mit 54 zu 45 Stimmen als neuen Fed-Vorsitzenden bestätigt, die knappste Abstimmung in der Geschichte der Zentralbank.
- Warsh hat einen „Regime Change“ bei der Fed gefordert und Zinssenkungen in Aussicht gestellt.
Kevin Warsh wurde am 13. Mai mit 54-45 Stimmen als neuer Vorsitzender der Federal Reserve bestätigt. Nur ein Demokrat, Senator John Fetterman aus Pennsylvania, stimmte für Trumps Kandidaten. Warsh übernimmt eine Zentralbank die seit Monaten unter politischem Druck steht, in einer Wirtschaft die von geopolitischen Spannungen und steigender Inflation belastet wird. Sein erstes FOMC-Meeting als Chair findet am 16. und 17. Juni statt.
Powell bleibt Governor bis 2028 und behält damit sein Stimmrecht im Federal Open Market Committee (FOMC), dem zwölfköpfigen Gremium das über Zinsentscheidungen abstimmt. Warsh kontrolliert die Agenda jedes Meetings, hat aber keine unilaterale Kontrolle über die Mehrheit des Komitees.
✅ CONFIRMED
Kevin Warsh has been confirmed as the Chairman of the Board of Governors of the Federal Reserve System! pic.twitter.com/7oXyTd0hgD
— The White House (@WhiteHouse) May 13, 2026
Was Warsh für die Zinspolitik bedeutet
Warsh hat in mehreren öffentlichen Aussagen einen „Regime Change“ bei der Fed gefordert und erklärt, er glaube dass der Leitzins niedriger sein könnte. Das ist genau was Trump hören wollte. Niedrigere Zinsen würden Assets wie Bitcoin direkt begünstigen, da sie die Opportunitätskosten für das Halten von zinslosen Vermögenswerten senken.
Das Problem: Die Inflation liegt bei 3,8 Prozent auf Jahresbasis, dem höchsten Stand seit fast drei Jahren, getrieben durch steigende Ölpreise infolge des Iran-Konflikts und dessen Auswirkungen auf den Tankerverkehr in der Straße von Hormus. Drei FOMC-Mitglieder haben bereits durchsickern lassen, dass ihr nächster Schritt genauso gut eine Zinserhöhung sein könnte.
Was das konkret für Bitcoin bedeutet
Warsh übernimmt die Fed in einem Moment wo seine Handlungsfähigkeit strukturell begrenzt ist. Er hat außerdem gefordert, das Anleihekaufprogramm der Fed schneller zurückzufahren und die Bilanz zügiger abzubauen. Ein aggressiverer Bilanzabbau entzieht dem Markt Liquidität, was für Bitcoin kurzfristig negativ wäre.
Die Märkte preisen aktuell sogar eine Zinserhöhung ein, keine Senkung. Warsh führt ab jetzt zwar die Fed, aber er führt keine Einmannshow. Insgesamt zwölf Mitglieder stimmen über den Leitzins ab und drei davon haben bereits öffentlich über Zinserhöhungen gesprochen.
Trump will niedrigere Zinsen und hat Warsh als Mittel dafür ausgewählt. Warsh hat aber versprochen, sein eigenes Urteil zu fällen und keine Anweisungen aus dem Weißen Haus zu befolgen. Am 16. und 17. Juni tagt das FOMC zum ersten Mal unter seiner Führung und entscheidet über den Leitzins. Für Bitcoin ist das der erste echte Test: Hält Warsh die Zinsen, erhöht er sie, oder gibt er dem Druck aus dem Weißen Haus nach?
Zum Redaktionsschluss liegt der Bitcoin Preis bei 79.334 USD und ist in den letzen 24 Stunden um 2,34% gefallen. Auf Wochenbasis verzeichnet der Kurs ebenfalls ein Minus von 1,96%.






