StartNewsTether, TRON und TRM Labs frieren 450 Millionen Dollar USDT ein

Tether, TRON und TRM Labs frieren 450 Millionen Dollar USDT ein

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  • Die T3 Financial Crime Unit hat seit September 2024 über 450 Millionen Dollar in illiziten USDT eingefroren, 43,9 Prozent mehr als im Vorjahr.
  • 98,3 Prozent aller eingefrorenen Mittel landen auf TRON, nicht auf Ethereum, obwohl beide Netzwerke ähnlich viel USDT im Umlauf haben.

Die T3 Financial Crime Unit (T3 FCU) ist eine gemeinsame Initiative von Tether, TRON und TRM Labs, die im September 2024 als Reaktionssystem gegen illegale USDT-Nutzung auf der TRON-Blockchain gegründet wurde. Am 14. Mai meldete die Einheit einen neuen Meilenstein: über 450 Millionen Dollar in illiziten Assets eingefroren, in Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden in 23 Ländern. Die FATF bezeichnete T3 FCU in diesem Jahr als „unschätzbare Ressource für Strafverfolgungsbehörden weltweit.“ 

Entführungen, Nordkorea, Drogenhandel: Was T3 FCU konkret eingefroren hat

Die eingefrorenen Mittel sind mit Geldwäsche, Kryptobörsen-Hacks, nordkoreanischen Cyberoperationen, Terrorismusfinanzierung, Drogenhandel und Gewaltkriminalität wie Entführungen und Erpressungen verknüpft. Ein konkreter Fall betraf rund 26,4 Millionen Dollar, die mit einem europäischen Geldwäschernetzwerk in Verbindung standen, das gemeinsam mit der spanischen Guardia Civil zerschlagen wurde. Im Rahmen der brasilianischen Operation Lusocoin fror die Einheit zusammen mit der Bundespolizei mehr als 3 Milliarden brasilianische Real ein, darunter 4,3 Millionen USDT die mit einem kriminellen Netzwerk verbunden waren. 

Im April 2026 koordinierte Tether separat die Einfrierung von 344 Millionen Dollar USDT auf TRON, in Abstimmung mit OFAC und internationalen Behörden. Die betroffenen Adressen standen im Zusammenhang mit iranischer Sanktionsumgehung. Am 4. Mai folgten 38,4 Millionen Dollar USDT in 19 TRON-Adressen, verknüpft mit dem 150-Millionen-Dollar-Ponzi-Schema DSJ Exchange und BG Wealth, koordiniert durch ZachXBT gemeinsam mit Tether, Binance, OKX und US-Strafverfolgungsbehörden.

Laut BlockSec USDT Freeze Tracker hat Tether allein in den vergangenen 30 Tagen 514,64 Millionen Dollar in USDT eingefroren, verteilt auf 370 Adressen. 328 davon lagen auf TRON mit 505,91 Millionen Dollar eingefrorenem Volumen, nur 42 auf Ethereum mit 8,73 Millionen Dollar. Das entspricht 98,3 Prozent des eingefrorenen Wertes auf einer einzigen Chain, obwohl TRON mit 87,74 Milliarden USDT und Ethereum mit 83,21 Milliarden USDT in der Gesamtversorgung nahezu gleichauf liegen. TRONs niedrige Transaktionsgebühren machen es zur bevorzugten Chain für hochfrequente, grenzüberschreitende USDT-Transfers und damit auch für illegale Geldflüsse.

Tether friert ein, Circle wartet auf den Richter: Zwei Philosophien, ein Markt

Tether arbeitet nach eigenen Angaben mit über 340 Strafverfolgungsbehörden in 65 Ländern zusammen und hat seit Gründung mehr als 4,4 Milliarden Dollar eingefroren, davon über 2,1 Milliarden in Zusammenarbeit mit US-Behörden. Wenn Tether eine Adresse blacklistet, greift die add BlackList-Funktion im USDT-Smart-Contract. Die betroffenen USDT bleiben on-chain sichtbar, können aber nicht mehr bewegt werden. In Fällen mit formeller Strafverfolgung vernichtet Tether die Token über den „destroyBlackFunds“-Mechanismus und gibt einen äquivalenten Betrag direkt an eine behördlich kontrollierte Wallet aus.

Circle CEO Jeremy Allaire hat öffentlich eine andere Philosophie vertreten:

Private Unternehmen sollten nicht als Richter und Vollstrecker außerhalb etablierter Rechtsprozesse agieren und Mittel nur auf formelle Anfrage von Strafverfolgungsbehörden oder per Gerichtsbeschluss einfrieren.

Tether jedoch, geht den entgegengesetzten Weg: proaktive Intervention auf Basis von Geheimdienstinformationen. Kritiker weisen darauf hin, dass diese Einfrierkapazität der Zensurresistenz-Philosophie von Kryptowährungen fundamental widerspricht. Anders als bei Bitcoin, wo keine einzelne Entität Einfrierrechte besitzt, bleibt USDT unter zentralisierter Kontrolle.

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Nico van Ledden
Nico van Ledden
Nico writes about what is happening on the visible and invisible frontlines of the crypto markets, where technology, monetary policy, and questions of power increasingly intersect. Since 2021, he has delivered analysis, news, and commentary for media outlets, platforms, and companies across the digital finance sector. His work combines technical insight with editorial precision, covering everything from evergreen crypto topics to the latest developments in blockchain, DeFi, regulation, politics, memecoins, and artificial intelligence.
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