- Börsennotierte Unternehmen haben im ersten Quartal 2026 50.351 BTC gekauft, mehr als in jedem Quartal zuvor.
- Gleichzeitig fiel der Gesamtmarkt um über 24 Prozent, während Stablecoins ein neues Allzeithoch erreichten.
Das erste Quartal 2026 verlief für den Kryptomarkt ausgesprochen schwach. Keine der zehn größten Kryptowährungen schloss den Zeitraum mit einem Kursgewinn ab. Gleichzeitig erreichten die Bitcoin-Käufe börsennotierter Unternehmen ein Rekordniveau.
Ein neuer Bericht von Bitwise zeigt einen kontinuierlichen Anstieg der Käufe, der im ersten Quartal 2026 mit 50.351 erworbenen BTC seinen bisherigen Höchststand erreichte. Angeführt wurde diese Entwicklung von Strategy, dem börsennotierten Unternehmen mit den weltweit größten Bitcoin-Beständen.
Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung im Detail auf, seit dem Start im ersten Quartal 2020.

Während Retail verkauft, kaufen Unternehmen so viel Bitcoin wie nie zuvor
Seit Januar 2024, als die ersten US-Spot-Bitcoin-ETFs (Exchange Traded Products, börsengehandelte Bitcoin-Fonds) ihren Handel aufnahmen, haben öffentliche Unternehmen und diese Fonds zusammen 1.496.852 Bitcoin gekauft. Miner haben im selben Zeitraum 414.758 neue Bitcoin produziert. Auf jeden neu geschürften Bitcoin kamen 3,6 gekaufte.
Strategy steht mit 762.099 BTC allein für mehr als die Hälfte aller Unternehmensbestände. XXI hält 43.514 BTC und MARA Holdings 38.689 BTC. Bitwise-CIO Matt Hougan schreibt im Report:
Ich bin seit acht Jahren in der Krypto-Branche und kann sagen: Genau so fühlt sich das Ende eines Bärenmarktes an. Kurse fallen, Fundamentaldaten sind schwach, aber die Leute, die wissen was sie tun, fangen wieder an zu investieren.
Q1 2026: Bitcoin als Verlierer, Rohstoffe als Gewinner
Rohstoffe stiegen in Q1 um 29 Prozent, Gold um 8 Prozent. Krypto war die schwächste große Anlageklasse. Das hat einen konkreten Grund: Die 90-Tage-Korrelation zwischen Bitcoin und dem S&P 500 liegt aktuell auf dem höchsten Stand seit COVID. Bitcoin hat sich in Q1 nicht wie ein unabhängiger Wertspeicher verhalten, sondern wie ein gehebeltes Aktienmarkt-Exposure. Wenn Aktien fallen, fällt Bitcoin mehr.
Das folgende Diagramm zeigt, wie sich verschiedene Vermögenswerte in Q1 geschlagen haben. Es ist zu sehen, dass Krypto als einzige bereits ab Januar abstürzte und sich bis Ende März nicht erholte, während Gold, Rohstoffe und Aktien sich deutlich besser hielten oder sogar stiegen.
Gleichzeitig haben Stablecoins, also an den Dollar gekoppelte digitale Währungen wie USDT und USDC, deutlich an Marktkapitalisierung gewonnen und ein neues Allzeithoch erreicht. Ihr Transaktionsvolumen übertrifft inzwischen das von Visa.
Tokenisierte Real-World Assets (RWA), reale Vermögenswerte wie Staatsanleihen oder Unternehmenskredite, die als Token auf der Blockchain gehandelt werden, haben die 30-Milliarden-Dollar-Marke überschritten. Hougan bringt den Widerspruch des Quartals auf den Punkt:
„Es ist frustrierend. Die Entwicklungen stimmen, aber die Zahlen noch nicht.
Regulatorisch hat Q1 mehr bewegt als viele Quartale davor. SEC und CFTC haben gemeinsam 18 Assets als Commodities eingestuft, darunter Bitcoin, Ethereum, Solana und XRP.
Das bedeutet konkret: Diese Assets fallen unter Rohstoffrecht, nicht unter Wertpapierrecht, was die rechtliche Lage für Anbieter und Investoren erheblich vereinfacht. Merrill Lynch, UBS und Wells Fargo dürfen ihren Beratern jetzt aktiv empfehlen, Kunden in Krypto-ETPs zu beraten. Billionen Dollar in verwalteten Vermögen bekommen damit erstmals einen regulierten Kanal.
Was noch fehlt, ist der CLARITY Act. Das Gesetz würde Krypto in den USA erstmals vollständig regulatorisch rahmen, von der Asset-Klassifizierung bis zur Stablecoin-Regulierung. Es steckt jedoch noch im Senat fest, unter anderem wegen dem Streit über Stablecoin-Zinsen und der DeFi-Aufsicht.
Kommt das Gesetz vor den Midterms 2026 nicht durch, dürfte sich ein Teil des institutionellen Kapitals, das gerade an der Seitenlinie wartet, noch länger gedulden müssen.
Der regulatorische Druck wächst dabei nicht nur in den USA: Das EU-Parlament diskutiert eine mögliche Abgabe auf Krypto-Transaktionen für den Haushalt 2028–2034, während die SPD in Deutschland plant, die Besteuerung von Bitcoin und Kryptowährungen ab 2027 zu verschärfen.






